Flugbegleiter/in – Wissenswertes über Beruf & Ausbildung

Wissenswertes über die Ausbildung und den Beruf Flugbegleiter/in

Immer noch ist die Flugbegleiterin/der Flugbegleiter für viele Passagiere nur eine Servicekraft an Bord eines Verkehrsflugzeugs. Bezeichnungen wie Trolley Dolly oder Saftschubse sind zum einen respektlos und zum anderen zeugen sie von Unwissenheit über das Berufsbild.

Richtig ist, dass Flugbegleiter Mitarbeiter/innen sind, die Passagiere während eines Fluges betreuen. Allerdings hört diese Betreuung nicht beim Servieren von Getränken und Snacks auf. Die Kabinenbesatzung ist für die Sicherheit an Bord mitverantwortlich und kann im Notfall sogar Leben retten.

Einen detaillierten Überblick über Ausbildung, Aufgabengebiete und Voraussetzungen verschafft der nachfolgende Beitrag.

Wie verläuft die Ausbildung zum Flugbegleiter?

Der Beruf des Flugbegleiters ist in Deutschland aufgrund Nichterfüllung staatlicher Kriterien kein anerkannter Ausbildungsberuf. Ihr theoretisches und praktisches Wissen erlangen Flugbegleiter in Kursen an dessen Ende eine Prüfung ohne staatlich anerkannten Abschluss steht.

Die Dauer eines solchen Lehrgangs hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Ausbildung in Vollzeit dauert etwa 6-12 Wochen, die Teilzeitvariante kann bis zu 4 Monate gehen. Die Strukturierung variiert oft von Airline zu Airline. Zudem ist relevant, ob am Ende der Einsatz auf interkontinentalen oder kontinentalen Flügen geplant ist. Eine Vergütung erfolgt während dieser Zeit nicht.

Teilweise entstehen Kosten für Materialien oder die Kurse selber.

Das Verhalten im Notfall macht einen großen Teil der Kursinhalte aus. Angehende Flugbegleiter erlernen beispielsweise den Umgang mit Notrutschen, üben das Evakuieren eines Flugzeugs und löschen Feuer in Flugzeugattrappen.

In Rollenspielen werden Service und die unterschiedlichen Durchsagen geprobt. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung stellt die entsprechende Fluggesellschaft ein Zertifikat aus, das zur Ausübung des Berufs berechtigt.

Allerdings ist bei einem Wechsel des Arbeitgebers in der Regel ein erneuter Grundkurs fällig, da jede Airline ihr Kabinenpersonal selber ausbildet.

Welche Aufgaben haben Flugbegleiter und wo arbeiten sie?

Wie eingangs erwähnt umfasst das Aufgabengebiet von Kabinenpersonal weitaus mehr als das, was die Passagiere in der Regel zu sehen bekommen. Die Arbeit des Flugbegleiters beginnt schon weit vor dem Flug mit dem Briefing.

Hier bespricht die Kabinencrew zuerst alleine, später dann zusammen mit den Piloten, alle wichtigen Details zum Service und zur Sicherheit auf dem anstehenden Flug. Im Flugzeug überprüfen sie die Vollständigkeit von Schwimmwesten, Unterlagen an den Sitzplätzen und bereiten die Galley (Bordküche) für den Service vor.

Das freundliche Begrüßen und Verabschieden der Gäste gehört ebenso zu den Aufgaben der Flugbegleiter wie Hilfe beim Verstauen des Handgepäcks zu leisten. Sie stehen den Passagieren für alle Fragen rund um den Flug zur Verfügung, machen wichtige Durchsagen, geben die Sicherheitsanweisungen und kontrollieren vor Start oder Landung, ob alle Fluggäste angeschnallt sind.

Während des Fluges bereiten Flugbegleiter das Essen in der Galley vor und versorgen die Gäste sowie die Piloten mit Getränken und Speisen. Auch der Verkauf von verschiedenen Artikeln wie Parfum oder Merchandisingprodukten fällt in den Aufgabenbereich. Viele Menschen leiden unter Flugangst oder bekommen bei Turbulenzen Panik.

Ein guter Flugbegleiter geht auf diese Passagiere ein und versucht ihnen die Angst durch Erklärung und Ablenkung zu nehmen.

Im seltenen Fall einer Notsituation geben sie Anweisungen und führen bei Bedarf die Evakuierung der Maschine durch. Selbstverständlich leisten Flugbegleiter bei einem gesundheitlichen Notfall auch Erste Hilfe.

Wer als Flugbegleiter bei einer Airline angestellt ist, gehört zum sogenannten fliegenden Personal, arbeitet vorwiegend an Bord von Flugzeugen und somit in der Luft. Zum Teil ist aber auch ein Einsatz im Flughafengebäude möglich. Als Arbeitgeber stehen viele unterschiedliche nationale und internationale Fluggesellschaften zur Auswahl.

Wie gestalten sich die Arbeitszeiten von Flugbegleitern?

Wer den Beruf des Flugbegleiters wählt, arbeitet oft dann, wenn andere Menschen freihaben. Die Arbeitszeiten selber unterliegen den rechtlichen Vorschriften des Luftfahrtbundesamtes.

Zudem sind sie tariflich geregelt. Innerhalb eines Jahres ist die Arbeitszeit auf 2000 begrenzt. Diese Zeit beinhaltet auch Bereitschaftsdienste. Einen geregelten Arbeitsalltag gibt es nicht. Je nach Flugstrecke kann man auch schon einmal 20 Stunden in seiner Uniform verbringen. Besonders Flugbegleiter auf Langstreckenflüge sind oft mehrere Tage von zu Hause weg.

Layover nennt es sich in der Fachsprache, wenn nach einem Flug ein oder mehrere Tage bis zum Rückflug vergehen. Allerdings liegt der Vorteil klar darin, dass man seine Freizeit dann in tollen Städten wie New York, Singapur oder Los Angeles verbringen kann.

Wie sieht die typische Arbeitskleidung von Flugbegleitern aus?

Jede Airline hat einheitliche Kleidung für ihr Kabinenpersonal, die sich in der Regel an den Firmenfarben orientiert. Knielange Röcke, elegante Stoffhosen, Jacketts oder Westen stehen dabei zur Auswahl.

Auch passende Halstücher, Krawatten oder Kopfbedeckungen gehören oftmals zum Outfit. Bei manchen Airlines sind sogar Haargummis oder Spangen im entsprechenden Design zu erwerben, die das Erscheinungsbild abrunden.

Für weibliche Flugbegleiter gehört das Schminken zur perfekten Optik unbedingt dazu.

Welche Eigenschaften muss ein Flugbegleiter mitbringen und wie sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung?

Hohe Belastbarkeit, ein souveränes Auftreten, Teamfähigkeit und Flexibilität gehören zu den wichtigsten Soft Skills der Flugbegleiter. Natürlich sollten Menschen mit diesem Berufswunsch auch vom Typ her eine freundliche Ausstrahlung mitbringen.

Kontaktfähigkeit und serviceorientiertes Handeln sind für Mitarbeiter in der Flugzeugkabine ebenfalls von großer Bedeutung. Ein gepflegtes Äußeres und keine sichtbaren Tattoos beschreiben die typische Optik dieses Berufszweigs. Das Gewicht spielt nicht so eine große Rolle, wie viele denken.

Wichtiger ist, dass es proportional zur Körpergröße passt und am Ende das Gesamtbild stimmt.

Neben all diesen Persönlichkeitsmerkmalen gibt es aber auch noch bürokratische Voraussetzungen, die passen müssen, um eine Ausbildung als Flugbegleiter zu absolvieren. Ein Mindestalter von 18 Jahren wird vorausgesetzt. In der Regel verlangen die Airlines einen Schulabschluss der vorzugsweise Mittlere Reife vorweist und beispielsweise spanische oder französische Fremdsprachenkenntnisse.

Fließendes Englisch ist hingegen überall Pflicht. Es gibt zudem eine Mindest- und eine Maximalkörpergröße, die zwischen 1,60 und 1,65 Meter beziehungsweise 1,76 und 1,95 Meter liegt. Im Flugverkehr steht Sicherheit im Vordergrund.

Daher muss das Führungszeugnis einwandfrei und ein gültiger Reisepass vorhanden sein. Der Dioptrienwert von Flugbegleitern darf zudem nicht höher als +/- 5 liegen.

Welche Karrierechancen bietet der Beruf des Flugbegleiters?

Die Globalisierung und immer höhere Passagierzahlen eröffnen sehr gute Chancen für Flugbegleiter auf dem heutigen Arbeitsmarkt.

Viele Airlines bieten ihrem Personal weiterführende Kurse an, in denen weitere Erste Hilfe Kenntnisse vermittelt oder spezielle Umgangsformen für die Premiumklasse geschult werden. Wer über mehrjährige Berufserfahrung verfügt und sich entsprechend eingebracht hat, hat die Chance, eine Anstellung als Purser/Purserette zu bekommen.

In dieser Position ist man ranghöchster Flugbegleiter mit einem hohen Maß an Verantwortung und entsprechend besserer Bezahlung.

Du hast die besten Voraussetzungen zum Flugbegleiter, wenn…

– du die Welt sehen und dabei noch Geld verdienen möchtest
– dich nichts aus der Ruhe bringen kann
– Stress für dich ein Fremdwort ist
– du in jeder Situation freundlich bleibst
– du gerne lächelst
– du das Fliegen liebst
– du gerne mit Menschen zusammen bist

Du solltest lieber einen anderen Beruf wählen, wenn…

– du Wochenenden und Feiertage lieber mit der Familie und Freunden verbringst
– du geregelte Arbeitszeiten bevorzugst
– du Probleme mit engen Räumen hast
– du unter Flugangst leidest
– du nicht gerne unter Menschen bist
– du unter Reisekrankheit leidest
– du nicht gerne unter Menschen bist